Ob man digital oder analog visualisiert, ist für viele eine Sache der Überzeugung. Für mich ist es kein "oder", sondern ein "und". Fast alles, was ich auf Instagram veröffentliche, ist digital visualisiert. Wenn ich erkläre, dass ich digital visualisiere, ist die erste Frage meistens "womit?", also mit welcher App. Dazu mehr in einem anderen Beitrag. Den grössten Teil meiner Visualisierungen produziere ich in der analogen Welt. Auch hier lautet die Frage oft "womit?" Gemeint ist, mit welchem Stift.

Böse Zungen behaupten, ich hätte einen sechsten Finger mit einer Keilspitze an der rechten Hand: Ich bin seit vielen Jahren mit den Stiften von Neuland unterwegs. Inzwischen sind auch Produkte von Molotow, Karin Markers, Staedtler, Pentel, Posca oder Tombow dazugekommen.

Kürzlich besuchte ich bei den INNOArchitecs einen weiteren Fortbildungskurs zur Design Thinking Facilitatorin. Beim Warm-up gilt es, möglichst viele Ideen zu generieren, wozu man eine Zahnbürste gebrauchen kann. Mit der linken Hand greife ich nach den Post-it auf dem Tisch und mit der rechten Hand in meine Tasche - ins Leere. Mein Neuland No.One® ist nicht da! So kommt es, dass ich mir einen Sharpie® fine point Permanent Marker ausleihe.

Bevor ich die Produkte von Neuland entdeckte, hatte ich oft mit Sharpies geschrieben. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich sie in der Schule kennen gelernt. Es war glaub ich unser Mathe-Lehrer, der damit die Binomischen Formeln auf die Endlos-Folie des Hellraumprojektors gekritzelt hatte.

Lange ist's her. Und doch spuckt das Gehirn, gereizt durch einen Gedanken, diese passende Information aus einer längst vergangenen Episode aus. Wie grossartig dieses wichtige Organ doch ist, nicht? Ich staune immer aufs Neue.

Zeitloses Design

Zurück zum Sharpie®. Die charakteristische Form, die an einen Torpedo erinnert, hat der Stift seit seiner Geburtsstunde im Jahre 1964. Dass sich der Abschuss des ersten Torpedos damals genau zum hundertsten Mal jährt, mag Zufall sein. Ich mache mir darüber auch keine weiteren Gedanken. Vielmehr fasziniert mich, dass das Schreibzeug damit seit fast 60 Jahren genau gleich aussieht. Gilt er durch sein zeitloses Aussehen somit bereits als Design-Klassiker?

Angenehm zwischen den Fingern

Er liegt nicht besonders kompakt in der Hand. Das mag an seiner glatten, runden Oberfläche liegen. Dadurch, dass er ein wenig dicker als ein üblicher Stift ist, lässt er sich trotzdem sehr gut halten.

"Hast du den Dreh raus, ist der Deckel ab." Die Verschlusskappe sitzt fest, kann aber mit einer leichten Drehbewegung bei gleichzeitigem Ziehen gut entfernt werden. Wieder aufgesetzt, schützt der Deckel prima vor dem Austrocknen.

Tausendsassa auf vielen Oberflächen

Der Sharpie® ist ein Permanent Marker auf Alkoholbasis. Einmal aufgetragen, verschmiert er nicht mehr: die Tinte ist wasserfest und bleicht praktisch nicht aus. Der Stift lässt sich laut Hersteller nicht nur auf Papier, Kunststoff und Metall verwenden, sondern auch auf vielen anderen glatten Oberflächen. Eine Freundin hat damit beispielsweise Steine verschönert.

© sharpie.com

© sharpie.com

Die Sharpies gibt's in zahlreihen Farben.

Wer mit dem Sharpie® malen will, hat über 40 unterschiedlichen Farben zur Auswahl. Ich verwende ihn am liebsten in Schwarz zum Schreiben und Zeichnen - so, wie bei den INNOArchitects, um die Post-It zu beschriften. Das satte Schwarz bildet auf Haftzetteln jeder Couleur einen guten Kontrast. Zusammen mit der Strichstärke seiner Rundspitze sind Wort und Bild aus der Distanz gut zu erkennen. Mit rund CHF 1.50 pro Stift ist der Sharpie® auch preislich interessant. Bis hierhin ein Daumen hoch.

Was mir nicht gefällt: Je nach Papier kommt es vor, dass der Sharpie® "durchblutet". Zudem ist er ein Einweg-Produkt. Das heisst, er kann nicht nachgefüllt werden; für mich ein nicht unwesentlicher Tintenklecks im Heft. Aus ökologischer Sicht dürfte den einen oder anderen auch vom Kauf abhalten, dass das Produkt aus Übersee kommt.

Fazit

"Und ich sah, dass es gut war." Trotz den Minuspunkten bezüglich Nachhaltigkeit ist der Sharpie® zum Visualisieren eine interessante Alternative zu anderen Produkten in meinem Sortiment.

Gar nicht schlecht, dass ich den Neuland No.One® mal nicht dabei hatte ;-)

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